Unterstützung der Landwirtschaft ?

Hierüber wird heute am 02.05.2018 in der 3. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im
Sitzungssaal des Rathauses
um 17:00 Uhr
beraten

 

Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen zum Antrag von CDU, SPD, Stadtpartei, Freie Grüne/Die Linke und FDP

zur Gründung eines Förderfonds zur wirtschaftlichen Unterstützung der Bocholter Landwirtschaft:

 

Bündnis 90/Die Grünen sprechen sich ganz klar gegen einen solchen Förderfond aus.

Mit Hilfe dieses Fonds soll das wirtschaftliche und ökologische Fortkommen einer einzelnen Berufsgruppe mit Steuergeldern unterstützt werden.

Zu diesem Antrag haben wir sehr viele Fragen, berichtet Monika Ludwig, agrarpolitische Sprecherin der Grünen.

Wer ist mit „Landwirtschaft“ gemeint? Kommen nur Vollerwerbsbetriebe in den Genuss der Förderung, oder auch alle Nebenerwerbsbetriebe. Und wie viele Betriebe sind es, die hier mit öffentlichen Geldern gefördert werden sollen?
Außerdem wird beantragt, dass nicht zu versichernde Naturkatastrophen

durch den Fond ausgeglichen werden sollen.

Gerade sind die Mittel der EU für die Ausweitung eben solcher Versicherungen gegen Ernteausfall in der Landwirtschaft seit Januar 2018 deutlich erhöht worden.

In Zukunft werden 70 % der Versicherungen aus Steuergeldern bezahlt.

Mit diesem Freibrief für die Landwirtschaft werden völlig falsche Signale gesetzt.

Aufgrund des Klimawandels werden wir uns auf extremeres Wetter einstellen müssen.

So muss sich auch die Landwirtschaft wie alle Bürgerinnen und Bürger an den Klimawandel anpassen.
Ein solcher Fond ist kontraproduktiv. Wissenschaftliche Studien haben bereits aufgezeigt, dass solche Fonds/Versicherungen die Landwirtschaft daran hindern, Schäden durch den Klimawandel wie etwa Hochwasser, Dürren und auch Schädlingsbefall zu berücksichtigen.

In den USA rückt man gerade wieder von solchen Unterstützungen ab. Sie haben sich als nicht zielführend erwiesen.

Bündnis 90/Die Grünen appellieren an die fünf Fraktionen, diesen Antrag noch einmal zu überdenken.
Er ist bestimmt gut gemeint. Aber es ist der falsche Weg.

Wenn Schäden durch Naturkatastrophen fast vollständig ersetzt werden, wird kein Anreiz geschaffen, eine Anpassung an den Klimawandel vorzunehmen.

Wenn die Landwirtschaft sich nachhaltig auf die Folgen des Klimawandels einstellt, z.B. in überflutungsgefährdeten Gebieten auf Maisanbau verzichtet und stattdessen Wiesen und Weiden anlegt, die auch nicht drainiert werden, würden eventuelle Schäden deutlich verringert.

Diese nachhaltige Art, sich auf den Klimawandel einzustellen findet die volle Unterstützung der Bocholter Bündnis 90/Die Grünen.

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