Nordring-Spange in Bocholt

Kommentar zu den Artikeln „Land NRW gibt rund 1,6 Millionen Euro für die Nordring-Spange in Bocholt“ vom 07.05.2019 und

Nabu kritisiert Bauland-Suche am Bahnhof“ vom 08.05.2019

 

Als wenn es kein Morgen gäbe!

 

Die Auswirkungen des Entfesselungsgesetzes der NRW Landesregierung bekommen wir hier in Bocholt immer stärker zu spüren. Beispielhaft seien hier der Bau des ersten Teilabschnittes des Gewerbegebietes in Mussum, der drohende Bau des Nordringes und nun auch die Grünzone im Bahnhofsumfeld genannt.

Ca. 40 ha Fläche werden im ersten Teilabschnitt für das neue Gewerbegebiet zugebaut. Zum Teil Jahrhunderte alte Eichen werden geopfert.

Es wurde nicht einmal versucht, sie zu retten. Im Rahmen der Teilabschnitte zwei und drei sind die nächsten ca. 100 ha Land in Planung. Hier werden nicht nur wertvolle Baumbestände geopfert, auch gehen mehr als hundert ha Ackerland für immer verloren.

Das bei einem enormen Flächendruck, den die Landwirtschaft seit Jahren zu verzeichnen hat. Dort steigen die Pachtpreise stetig an. Hier sollte auch einmal bedacht werden, dass die Sicherung der Ernährung der Menschen unanfechtbar ist.

Die Verbindungsspange zwischen Barloer und Burloer Straße rückt in greifbare Nähe.
„Damit die Bagger auch rollen können, müssen Politik und Stadtverwaltung jetzt an einem Strang ziehen…“

Die Bürger*innen hat Herr Eusterfeldhaus gar nicht mehr auf dem Schirm.

Es wird immer Gewinner und Verlierer geben bei einem Bau der Verbindungsspange. Durch die Klientelpolitik, die Herr Eusterfeldhaus und seine Partei, die CDU, betreiben, werden keine nachhaltigen Lösungen entstehen. Neue Straßen erzeugen immer mehr Verkehr. Das ist eine Binsenweisheit.

Politik sollte aber vor allem dem Gemeinwohl verpflichtet sein.

Dieses Gemeinwohl beinhaltet auch, dass wir an zukünftige Generationen denken und ihnen auch ein gutes Leben ermöglichen.

Seit Beginn der Planungen des Nordringes vor ca. 50 Jahren hat sich sehr viel verändert. Wir haben nur noch wenige Jahre Zeit, um das 1,5 Grad-Ziel zu halten. Die Artenvielfalt nimmt dramatisch ab, wie wir alle in den letzte Tagen in den Medien hören und lesen konnten.

Wir befinden uns schon am Beginn einer Verkehrswende und Bocholt ist dabei, sich eine Mobilitätsstrategie zu erarbeiten.

Aktionismus ist hier aber völlig fehl am Platz:

Straßen zu bauen, nur weil die Gelder zur Verfügung stehen, ist in der heutigen Zeit ein fatales Signal an die jungen Menschen, die wie „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“ auf die Straßen gehen, um für ihre Zukunft zu kämpfen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern für alle größeren Bauprojekte die Erstellung eines Klimagutachtens, damit die Auswirkungen für unser Klima mit in die Planungen einbezogen werden können.

Politik und Verwaltung sind Dienstleister an unserer Gesellschaft, wir sind aus Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln der Nachhaltigkeit verpflichtet.

 Monika Ludwig
Sprecherin des OV Bocholt
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

 

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